Stau im Kinderzimmer

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Stau im Kinderzimmer

Die Verkehrswende im Kinderzimmer gestalten: Tips und Spielideen für Eltern und Erzieher*innen rund um das Thema Verkehr der Zukunft.

Stau im Kinderzimmer

oder: Wieso gibt es eigentlich keine Spielzeugfahrräder, und was können wir im Kinderzimmer bewegen um die Verkehrswende anzustoßen.

Holz-Fahrbahn mit bunten Tausendfüßler-Autos aus Holz

Fahrräder, Straßenbahnen und Busse: Wie kommen die ins Kinderzimmer?

Auf den ersten Blick scheint es so, als wären wir den Autos ausgeliefert, aber das sind wir natürlich nicht. Es gibt viele kleine Dinge die wir ändern können und die einen Einfluss haben werden. Fangen wir an:

Mobilität spielerisch thematisieren

Als Erstes macht es Sinn, sich zu fragen, wo stehe ich und wo wollen wir hin. Also konkret, wie sieht es mit Autos in unserem Kinderzimmer aus und was wünsche ich mir persönlich für die Zukunft. Traut Euch ruhig mal ein bisschen herum zu spinnen. Fragt Euch: Womit möchte ich am liebsten in Zukunft unterwegs sein? Vielleicht mit einem selbstfahrenden Elektroauto, mit einem gleitenden Flugmobil oder lieber richtig phantastisch, mit dem Fahrenden-Ritter oder einem Spaceshuttle. Ich selbst stelle mir gerne einen fliegenden Teppich vor. Phantasie ist ein sehr guter Start, um zu realisieren, dass die „Autokiste” unsere Mobilität und Freiheit unauffällig lahmlegt. Wie also kommen wir von dieser Einengung weg.

Interesse an neuen Verkehrsmitteln wecken

Als Schritt zwei empfehlen wir Euch einen Realitäts-Check für Eure eigene Fortbewegung.  Wie sind wir selbst alleine und mit Kindern unterwegs. Es macht keinen Sinn, sich an diesem Punkt zu verurteilen. Gewohnheiten zu verändern ist leichter, wenn wir sie erst einmal erkannt haben. Menschen auf dem Land sind sehr viel stärker auf den eigenen PKW angewiesen als Menschen in der Großstadt. Dort gibt es viel mehr Alternativen, aber auch dort sind viele Möglichkeiten noch nicht richtig ausgereift. Sharing-Fahrzeuge haben beispielsweise in der Regel keine Kindersitze oder stehen weit weg, was ihre spontane Nutzung für Eltern so gut wie unmöglich macht.

Sucht Euch das aus, was Ihr realisieren könnt. Nutzt das Fahrrad öfter, fahrt mit dem Zug, dem Bus, der U-Bahn, der Straßenbahn. Zeigt Euren Kindern die Elektro-Tankstellen, die jetzt mehr und mehr installiert werden. Zählt mit Ihnen alle Sharing-Autos, die ihr seht. Kurzum zeigt ihnen die Möglichkeiten, lasst Eure Kinder möglichst alles erleben oder wenigstens einmal sehen.

Verschiedene Spielzeug-Fahrzeuge

Spielideen, die Ihr noch heute in Eurem Verkehrsspiel umsetzen könnt

Fahrzeuge, bei denen alle mitfahren dürfen

Wie aber bekommen wir diese Ideen jetzt ins Kinderzimmer? Die erste Chance, die Ihr ohne viel Mühe ergreifen könnt: ab sofort keine weiteren neuen Spielzeug-Autos mehr. Also wenn Euer Kind ein neues Auto bekommen soll- wird ein altes recycelt, es verlässt dann das Kinderzimmer. Vielleicht gibt es auch gar keine neuen Autos mehr, noch besser. Zudem könnt Ihr mit Euren Kindern mal so einen richtig übertriebenen Stau spielen und alle vorhandenen Autos aufstellen. Malt Euch aus wie die Leute hupen und fluchen, wie müde sie sind und wie muffelig ihre Laune ist in diesem endlosen Stau. Wenn Ihr dann Euren Kindern vorschlagt, einige Autos auszusortieren, damit die anderen nicht mehr im Stau stehen müssen, wird es vielleicht ganz gut klappen, auf ein paar Autos zu verzichten. Außerdem gibt es helfende Fragen: Wer von denen wohnt eigentlich in derselben Stadt und hat das gleiche Ziel? Die können sich doch beim nächsten Mal ein Auto teilen oder?

Kleinkind spielt mit Holz-Fahrzeug Typ Bus mit mehreren bunten Holzfiguren

Alte Spielzeugautos phantasievoll aufrüsten

Die verbliebenen Autos können zum Teil umgewandelt werden. Ein Besuch in der Werkstatt kann aus einer Limousine ein Elektrofahrzeug machen. Dies kann ein farbiger Sticker kennzeichnen. Eine andere Farbe zeigt an, welche Wagen als Sharing-Fahrzeug genutzt werden. So bleiben am Ende immer weniger Ein-Hausstand-PKWs übrig. Außerdem könnt Ihr Euren Kindern einen Deal anbieten für eine bestimmte Menge Autos, die sie aussortieren, bekommen sie einen neuen Bus oder eine Straßenbahn.

Es gibt natürlich auch eine ganze Reihe an Autos, die verschont werden können, das hilft bestimmt auch Kindern, welche sehr an ihren Autos hängen. Denn auch  wenn sich in den nächsten Jahren etwas ändern wird, bestimmte Fahrzeuge werden nicht so leicht ersetzt, höchstens verbessert. Das sind die Polizeiautos, die Kranken- und Rettungswagen. Das sind aber auch die Müllabfuhren, die Taxis und alle landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen. Aber auch die Baufahrzeuge werden wir brauchen, so wie die Paketzusteller-Fahrzeuge. Hoffentlich gibt es auch in Zukunft noch Eis-Mobile. Es bleiben also noch viele Fahrzeuge übrig, mit denen leidenschaftlich Verkehr gespielt werden kann.

Ihr braucht also nicht auf die Autokiste zu verzichten, aber Ihr bewegt viel, wenn Ihr deren Inhalt bewusst verändert.

Verschiedene Spielzeug-Fahrzeuge Typ Bus

Lasst uns mehr Fahrräder ins Kinderzimmer bringen

Weniger Autos bedeuten leider aber noch nicht mehr Fahrräder. Fahrräder sind weiterhin Mangelware. Wir haben bisher auch keinen Erfolg bei der Suche nach einer Fahrrad-Miniatur mit hohem Spielwert. Aber immerhin haben wir ein paar Tipps für Euch, wie Ihr dennoch ein bisschen mehr Fahrrad ins Kinderzimmer bekommt.

Zum einen könnt Ihr den Fahrrädern schon mal den Weg bereiten, indem Ihr einen Teil der Straßen, die sich durch die Kinderzimmer ziehen, in Fahrradwege verwandelt. Ihr könnt Radweg-Schilder aufstellen oder Markierungen auf der Spiel-Straße machen und Fahrradständer aufstellen. Immerhin bekommen Fahrräder so schon einmal Raum im Spielfeld und im Bewusstsein.

Unsere Challenge für Euch: Wer kann aus dem Gedächtnis ein Fahrrad zeichnen?

Zu guter Letzt: Es geht darum, das Thema mit Spaß zu betrachten und mit Vergnügen etwas zu verändern. Deswegen haben wir noch eine kleine Herausforderung für Euch. Schnappt Euch einen Zettel und ein Stift und setzt Euch gerne mit den Kindern hin und zeichnet zuerst ein Auto und dann ein Fahrrad nur aus der Erinnerung.

Die meisten von Euch werden ganz schön ins schwitzen kommen, wenn es ans Fahrrad geht. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Räder, die Eure Kinder malen, mehr nach Fahrrad aussehen als die, welche ihr aufs Papier bringt. Wir hoffen Ihr habt dabei etwas zu lachen, nehmt es nicht zu ernst. Wenn es Euch wurmt, dass Eure Abbildungen so gar nicht stimmen und so wenig „richtig“ sind- dann wiederholt das ganze noch mal mit einem echten Fahrrad als Anschauungsobjekt, schaut genau hin: Wie weit sind die Reifen voneinander entfernt, wo sitzt der Sattel, wo sind eigentlich die Pedale? Oder Ihr nehmt eine Abstraktion als Vorlage, beispielsweise das Verkehrszeichen für Radweg. Eine solche vereinfachte Abbildung wird Euch helfen, ein Fahrrad darzustellen, das klar erkannt werden kann. Beim Auto ist es ja auch nicht anders, da malen wir nur die sehr einfache Hülle rund um die komplexe Konstruktion. Aber jeder würde ohne zu zögern ein Auto malen und kaum jemand ein Fahrrad. Machen wir also den Fahrrädern etwas mehr Platz auf dem Papier, in unseren Köpfen und im Kinderzimmer, dann werden wir auch irgendwann ganz viele Fahrräder in unserem Lebensumfeld haben.

Wir hoffen Ihr habt viel Vergnügen dabei, unsere Ideen umzusetzen.

Über Anregungen und Tipps zu tollen Spielfahrrädern freuen wir uns ganz besonders. Fotos von Euren Fahrradgemälden, den Radwegen durch Eure Kinderzimmer oder Eurem Superstau könnt Ihr auf Instagram mit @adabob_project taggen, damit wir sie sehen und teilen können. Auch über Einsendungen per Mail an blog@adabob.de freuen wir uns sehr!

Wir wissen, dass Elektromotoren noch erhebliche Mängel haben. Wir sehen viele ungelöste Probleme bei der Verkehrswende. Nicht alle Familien können auf einen eigenen PKW verzichten. Leider hat auch nicht jedes Kind ein eigenes Fahrrad. Es geht uns darum, einen positiven Trend zur Veränderung zu vereinfachen und zu veranschaulichen, auch wenn wir sehen, dass noch viele Hürden zu nehmen sind.

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